Asklepios Dream Art
Traumsequenzen in Wortbildern.
Fast allen Bildkompositionen liegt keine spezielle Gestaltungsidee zugrunde, sondern sie sind größtenteils das Ergebnis dessen, was gewisserweise aus sich selbst heraus zusammenfand und ineinander schmiegte. Übrigens, ein Klick auf die Bilder zeigt diese in größerer Darstellung.
04 Februar 2006
Casino der Eitelkeit
Abglanz alter Zeiten.
Blasierte Frauen im Abendkleid,
wohlwollende Männer im Smoking.
Ein Drehkreuz lässt hinaus – nein, noch nicht!
Sepia: der Jahrmarktsausrufer trägt einen Zylinder,
geht den längst verlassenen Weg entlang,
den seit Jahrzehnten niemand mehr geht.
Er entrollt ein Dokument und spricht mit voller Stimme.
Harmloser Straßenstaub wirbelt auf.
Für Sekundenbruchteile leuchtet er,
wie ein zu Boden rieselnder Sternenhimmel.
Folgendes sollte nicht übersehen werden!
Das vergilbte Dokument offenbart alte Schrift.
Es zählt Vorteile auf.
Nur ein Dummkopf würde jetzt noch gehen wollen.
Gewinnchancen – der Einsatz ist hoch.
03 Februar 2006
Neujahrsnacht
Die Couch ist blau wie die Nacht.
Bleich wie Mondenschein die nackte Haut.
Auf dem Tisch ein Likörglas aus geschliffenem Kristall.
Schillernd bricht das Licht in funkelnde Sterne.
Er füllte es mit Gewürz- und Kakaopulver.
Das Kirschwasser kocht – feuchtwarmer Dampf.
Seine Augen streicheln weiblich geformtes Marzipan.
Zum ersten Mal trinken wir Cappuccino aus einem solchen Glas.
02 Februar 2006
Tibetisches Détroisment
„Lassen wir das Tibetische Détroisment doch mal sein“, fordert mich die Frau gutmütig auf. Mir gefällt ihre unkomplizierte Art.
Die Luft ist mild. Ein später, unerwartet warmer Sommerabend.Das Meer steht in vielen flachen Seen – spätes Licht verströmt sich golden.
Strand. Ein weites Dreieck tief ins dunkle Erdreich gegraben. Feuchte Holzstege überbrücken Abgründe, gewähren Einblick, schlagen neue Wege zum Meer vor.
Die Zeit vergeht, gedankenverloren und innehaltend. Abendröte und Dämmerung tauchen in orange schimmernde Bronze. Die Seen mit Tee gefüllt, milde besänftigt von milchweißen Wolken.
Das Wasser steigt beständig. Einfach losgehen, immer weiter ins Meer gehen. Das Wasser umspült bald jeden Schritt, steigt an… bis es sich erfüllt.
Gezeiten. Abwarten - den Weg fortsetzen.













